Straßenkinder aus einem Randviertel in Quito
In Ecuador leben ca. 50% der Bevölkerung in Armut. Dies gilt vor allem für die Elendsquartiere in den unkontrolliert wachsenden Großstädten. In den Slums fehlt jegliche Art von Infrastruktur wie Wasserversorgung, Kanalisationssysteme, sanitäre Anlagen, Transportmittel, Schulen, Kindergärten und medizinische Basisversorgung. In diesen Quartieren herrscht ein hoher Grad an Gewalt und Drogensucht und es kommt immer wieder zu dramatischen Situationen innerhalb der Familien und auf der Straße. Schlechte Behandlung in zerrütteten Familien ohne regelmäßiges Einkommen bedingen, daß die Kinder und Jugendlichen sich als Schuhputzer, Hausierer und mit verschiedensten Handlangerdiensten durchkämpfen. Ihr Arbeitsplatz ist die Straße mit dem hohen Risiko der Bandenbildung, Kriminalität, Drogenabhängigkeit und Prostitution.
Der Schweizer Verein Primavera Zürich hat ein Konzept entwickelt, Straßenkindern eine Identität zu geben, sie zu unterrichten, zu betreuen und ihnen eine berufliche Ausbildung zu ermöglichen. Sie kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen und lernen zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern neue Perspektiven für ihr Leben.
Lehrer, Sozialarbeiter und Werkstattleiter helfen den Kindern, in die öffentlichen Schulen zurückzufinden, schließen ihre Wissenslücken und fördern ihre besonderen Talente. Mehr als 100 Jugendlichen erhalten eine sinnvolle. In der hauseigenen Bäckerei, der Schreinerei, dem Schmuck- oder Nähatelier können sie eine Berufsausbildung bekommen.
Die Krankenstation steht den Kindern und ihren Eltern offen und allen Bewohnern des medizinisch schlecht versorgten Randgebietes von Quito. Ärzte, Zahnärzte und Krankenschwestern arbeiten unentgeltlich und versorgen die notleidende Bevölkerung mit Medikamenten gegen ein geringes Entgelt. So werden mehr als 6000 Personen unterstützt.
Pro Vita Andina hilft beim Ausbau des Projektes. Mit einer modernen Computerausstattung einschließlich Internetzugang und der Bezahlung des Lehrers sowie der Erweiterung des Nähateliers haben wir dazu beigetragen, Ausbildungsmöglichkeiten der Jugendlichen im Projekt zu fördern. Als neue Möglichkeit für Kinder und Erwachsene haben wir die Grundausstattung für die Herstellung von fantasievollen Filzartikeln nach Quito gebracht. Diese einfache Technik ist ein gutes Mittel, um die Motorik der Kinder zu schulen. Die Produktionen aus den verschiedenen Werkstätten werden auf Märkten und Bazaren in Ecuador und im Ausland verkauft. Diesen Trend zu mehr Eigenständigkeit möchten wir gern fördern. Wir konnten einen ersten Nähauftrag für 100 Kinderhosen vermitteln.





