Küste bei PileVegetation bei PileBaumschule SchildBaumschule BeeteBaumschule mit TurmKaffeebeet 08

Naturschutz und Ökotourismus in Pile

In der Küstenregion der Provinz Manabi haben Land- und Viehwirtschaft den ursprünglichen Wald bis auf kümmerliche Reste verdrängt. In der Gegend des Kap San Lorenzo südlich der Hafenstadt Manta hat sich ein wertvolles 24 qkm großes Waldgebiet erhalten, das Küstennebelwald, Trockenwald und wenige Mangrovenbestände umfaßt. Die ecuadorianische Stiftung Cerro Verde beabsichtigt zusammen mit umliegenden Gemeinden die vorhandene artenreiche Natur zu schützen, Gebiete wiederaufzuforsten, die Einkommensmöglichkeiten durch fortschrittliche Land- und Forstwirtschaft, Kunsthandwerk und sanften Tourismus zu erweitern und die Wasserversorgung und die sozialen Verhältnisse zu verbessern.

Im Jahre 2005 schlugen uns Cerro Verde und die Gemeinde Pile (1000 Einwohner) vor, ein derartiges Projekt gemeinsam durchzuführen. Pile liegt an der Küstenstraße (Ruta del Sol) und ist damit für in- und ausländische Touristen sehr gut erreichbar. Der Ort bietet mit der biologischen Vielfalt seiner Umgebung, seiner Nähe zu schönen Stränden und als einer der ehemals bedeutenden Herstellungsorte des echten Panamahutes lohnende Besucherziele.

Kernstück der ersten Phase unserer Arbeit war 2006 die Einrichtung einer Baumschule, die inzwischen selbständig geworden ist. Mit einheimischen, standortgerechten Bäumen und Büschen wurde von der Gemeinde Pile eine Kernzone entlang eines zur Küste fließenden Baches bepflanzt. Ein besondere Attraktion sind die hier vorkommenden Brüllaffen.

Im Jahre 2008 wurde die Förderung auf weitere Gemeinden des Gebietes ausgedehnt. Ein zweites Projekt soll die traditionelle Kaffeeproduktion modernisieren, den bestehenden Schutzwald sichern und die Lebensgrundlagen der Bevölkerung verbessern.

Bedingt durch den Verfall der Kaffeepreise auf dem Weltmarkt, ein Zwischenhändlersystem, das die bäuerlichen Einkommen zusätzlich drückt, und die abgeschiedene Lage des Gebietes liegt der Kaffeeanbau darnieder. Es bedarf eines deutlichen Impulses von außen, damit die Kaffeebauern den Kaffeeanbau wieder als Zukunftsperspektive erkennen. Die ländliche Verkaufsorganisation FOCASUM – Federación de Organizaciones Campesinas de la Zona Sur de Manabi und FEPP – Fondo Ecuatoriano Populorum Progressio garantieren den Bauern einen festen Abnahmepreis. Die Bauern müssen neue, widerstandsfähige Kaffeesorten anpflanzen und neue Anbaumethoden durch Fachberater lernen, die mit Aufforstung einhergehen. Das Projekt wird von uns zusammen mit der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg finanziert.

In den Projekten arbeiten Freiwillige aus Deutschland und der Schweiz mit. Sie wohnen im Bambusturm, dem Wahrzeichen der Baumschule. Durch sie sind eine gute Zusammenarbeit und ständige Kontakte mit den örtlichen Organisationen, der Bevölkerung und uns gewährleistet.