Sarayaku "Projekt Lebenslinie"
Sarayaku ist der Hauptort des Volkes der Kichwa im südöstlichen Amazonien Ekuadors. Das Gebiet der Gemeinde umfaßt 1300 qkm Primärwald zu beiden Seiten des Bobonaza-Flusses. Es liegt inmitten des Interessengebietes der Erdölindustrie und ist zugleich durch Holzmafia und illegale Siedler bedroht.
Zur Bewahrung des ihnen rechtmäßig gehörenden Territoriums haben die Kichwa Maßnahmen ergriffen und zahlreiche Projekte entwickelt. Sie werden dabei von deutschen, französischen und belgischen Nichtregierungsorganisationen unterstützt, deren deutsche Aktivitäten durch die Tropenwaldorganisation Oro Verde koordiniert werden.
Für internationales Aufsehen sorgte das von Jose Gualinga entwickelte Projekt "Lebenslinie". Die Kichwa wollen ihr angestammtes Gebiet mit einer lebenden Linie aus rot, gelb und blau blühenden Bäumen umpflanzen, um die Grenze auch aus der Luft erkennen zu lassen. Sarayaku hat einen eigenständigen Entwicklungsplan entworfen, der auf Nachhaltigkeit und dem Wissen der Vorfahren beruht. Die Maßnahmen werden von Pro Vita Andina zunächst im Infrastrukturbereich unterstützt mit dem Ziel, den Kichwa in ihrem Überlebenskampf, beim Erhalt ihrer Lebensgrundlagen und ihrer eigenständigen Kultur zu helfen.
Zur Durchführung sämtlicher Forstmaßnahmen, angefangen vom Sammeln der Samen über die Anlage und Unterhaltung weit abgelegener kleiner Baumschulen bis zum Transport der Setzlinge, helfen wir mit einen Außenbordmotor, Treibstoff und Werkzeugen. Mit einer Radiofunkstation, zwei Satellitentelefonen und zwei GPS-Systemen ermöglichen wir die notwendige Kommunikation, Sicherheit und Vermessung in dem gefährdeten Waldgebiet. Schutz des Tropenwaldes ist zugleich Armutsbekämpfung.
Mit einem botanischen Zentrum wollen die Kichwa ihr Wissen über die tropische Pflanzenwelt bewahren und vor allem an die Kinder weitergegeben, die deshalb am Aufbau und Betrieb des Zentrums zusammen mit ihren Lehrern mitwirken. Kenntnisse und Pflanzmaterial sollen auch an Gemeinden in Gebieten abgegeben werden, in denen Baumarten bereits ausgestorben sind, z. B. durch ungesetzliche Aktivitäten der Öl- und Holzfirmen. Die Erstellung des im botanischen Zentrum benötigten didaktischen Materials wird ebenfalls von uns gefördert.
Sarayaku kann nur mit dem Flugzeug oder zweitägiger Kanufahrt auf dem Bobonaza erreicht werden.




